Über mich:

Ich betreibe eine kleine aber ambitionierte Hobbyimkerei in Neustadt a.d. Weinstrasse mit derzeit 22 Wirtschaftsvölkern nach dem Standard von Bioland.

 

Neben meinen Standorten am und im Pfälzer Wald wandere ich mit meinen Bienen auch in der Südpfalz um verschiedene Sortenhonige ernten zu können.

 

Neben der Faszination für unsere Natur und insbesondere den Bienen liegt mir eine möglichst artgerechte und ökologische Imkerei sehr am Herzen.  


Geschichte meiner Imkerei:

2013

Mein Interesse an Bienen und der Imkerei wird geweckt.

Ich schließe mich dem Imkerverein Neustadt an und nehme an den Anfängerschulungen teil.

 


2014

Erwerb von 4 Bienenvölkern welche ich am Vereinsbienenstand bewirtschafte.

Erste Honigernte (Kastanienhonig) und eigene Vermehrung der Völker.

 


2015

Erste Wanderung mit den Bienen in Raps und Akazie.

Erweiterung und Ausrichtung auf eine ökologische Imkerei.

 


2016

Teilnahme am Bioland Einführungskurs Imkerei in Fulda.

Beitritt zu Bioland und Beginn der 1 jährigen Umstellungsphase auf Bioland.

Erstinspektion durch ABCERT.

Besuch der "Seeley Tagung" von Mellifera e.V. in Rosenfeld.

 


2017

Meine regionale Verbundenheit unterstreiche ich mit dem Betritt zum Biosphärenreservat Pfälzerwald Nordvogesen und Verleihung des Status Partnerbetrieb. 

Erfolgreicher Abschluss der Umstellung auf Bioland und Erhalt der BIO (Art. 29 1 EU-Verordn. 834/2007) und BIOLAND Zertifizierung.

Beginn der Umstellung von Zander auf Zadant.

 


Betriebsweise

Die Grundlagen des Imkerns erlernte ich im Imkerverein Neustadt im wesentlichen von unserem Vorsitzenden Berthold Heil und meiner Imkerpatin Monika Brechtel. Auch wenn ich inzwischen als erster Imker im Verein biozertifiziert bin, arbeite ich mit beiden weiter sehr eng zusammen und auf Grund ihrer langjährigen Erfahrung sind sie mir ein ständiger Ratgeber und kompetenter Diskussionspartner in allen Belangen meines Handels mit den Bienen.


Tierethik

Neben der Herstellung eines hochwertigen Produktes ist mir eine möglichst nachhaltige, naturnahe und bienengerechte Betriebsweise sehr wichtig. Denn neben den äußeren Einflüssen hängt die Gesundheit der Bienenvölker zu einem beträchtlichen Teil auch von der imkerlichen Praxis ab.

 

Mein Leitgedanke stammt daher von Tom Seeley (sinngemäß): 
Woher können wir wissen, wie wir mit unseren Bienen umgehen sollten, ohne zu wissen, was die Bienen ohne uns Imker machen würden.

 

Der Versuch das Wesen des Bienenvolkes besser zu verstehen und mein Handeln danach auszurichten erfordert ein kontinuierliches Lernen und kritisches Hinterfragen und Anpassen der eigenen Betriebsweise. Der eigene Aufwand und die Maximierung des Ertrages müssen daher dem Bienenwohl untergeordnet werden auch wenn ich in der täglichen Praxis den einen oder anderen Kompromiss eingehen muss.


Meine Bienen

Meine Bienenvölker sollen aus einer lokalen und möglichst auf die hiesigen Verhältnisse angepassten Bienenrasse bestehen. Ich bezeichne diese als eine Art „lokale Landbiene“ ohne die Selektion bestimmter Rassenmerkmale.

 

Bei der Vermehrung versuche ich den eigenen Schwarmtrieb der Bienenvölker zu nutzen, beispielsweise durch Schwarmvorwegnahme oder Brutableger. Die Jungköniginnen lasse ich durch regionale Drohnen begatten (sogen. Standbegattung). Ich verzichte auf Belegstellen oder gar künstliche Besamung, was aus züchterischer Sicht nicht optimal ist, aber ich hoffe damit lokal vorteilhafte Merkmale im Erbmaterial meiner Völker zu stärken.


Standorte

Die Standorte meiner Bienenvölker suche ich nach einem reichhaltigen und abwechslungsreichen Nektar- und Pollenangebot von Wildpflanzen oder möglichst biologischen Kulturen aus. Der intensive Wein- und Gemüseanbau um Neustadt stellt hier sicherlich eine Herausforderung dar. Von daher liegen meine Standorte und Wandergebiete im Umkreis von ca. 50 km um Neustadt.

 

Die Bienendichte begrenze ich auf ca. 8-10 Völker je Standort. Auch wenn eine Einzelaufstellung der Völker noch vorteilhafter wäre halte ich dies für einen noch handhabbaren Kompromiss.

 

2 meiner Bienenvölker stehen in Johanniskreuz direkt am Haus der Nachhaltigkeit. Hier können die Besucher durch eine Glasscheibe geschützt die Bienen bei ihrer Arbeit beobachten.


Beuten

Meine Beuten bestehen aus unbehandeltem Holz und ich verzichte komplett auf einen Anstrich oder Imprägnierung um eine mögliche Belastung der Bienen oder Verunreinigung des Honigs auszuschließen.

 

Gestartet bin ich im klassischen Zandermaß mit 2 Brutzargen und dem sogenannten geteilten Brutraum. Inzwischen bin ich allerdings davon überzeugt, dass der ungeteilte Brutraum eher dem Aufbau einer Bienenwohnung in der Natur entspricht. Von daher habe ich 2017 damit begonnen meine Bruträume von Zander auf Zadant umzustellen.

 

Für die Honigernte setzt ich sowohl Absperrgitter als auch eine Bienenflucht ein. Mit dem Absperrgitter wird verhindert, dass im Honigraum Brut angelegt wird und damit die Reinheit des Honigs sichergestellt. Der Einsatz der Bienenflucht ist zwar ein arbeitsintensives aber sehr bienenschonendes Verfahren für die Honigernte.


Varroabehandlung

Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist ein Parasit der Honigbiene welcher vor rund 40 Jahren aus Asien nach Europa eingeschleppt wurde. Auf Grund der rasanten Ausbreitung des Schädlings sind inzwischen so gut wie alle Bienenvölker in Deutschland und Europa davon betroffen.

 

Die europäische Honigbiene (Apis mellifera) hat noch kein ausgeprägtes Abwehrverhalten gegenüber der Milbe entwickelt, so dass eine Unterstützung durch den Imker unbedingt erforderlich ist. Unterbleibt dies endet dies mittelfristig i.d.R. mit einem Totalverlust des Bienenvolkes (Colony Collapse Disorder).

 

Zur Behandlung gegen die Varroamilbe setzte ich nur natürliche Säuren (Milch-, Ameisen- und Oxalsäure) und biotechnische Verfahren wie Entnahme der Drohnenbrut und die totale Brutentnahme ein.


Wachs

Im Rahmen der 1 jährigen Umstellung auf Bioland wurde das komplette Wachs 2016 in meinen Bienenvölkern durch ökologisches Wachs ausgetauscht oder durch die Bienenvölker selbst erzeugtes Neuwachs ersetzt.

 

Inzwischen habe ich meine eigenen internen offenen Wachskreislauf etabliert. Bauhilfen in Form von Mittelwänden stelle ich selbst ausschließlich aus eigenem Neuwachs (Deckelwachs oder Naturbau) her.

 

Der natürliche Bautrieb der Bienen wird durch die Förderung von Naturbau unterstützt. So lasse ich ca. 30 - 50 % der Waben im Honig- als auch Brutraum durch die Bienen komplett ohne Bauhilfen ausbauen. Die möglichen Auswirkungen von "wildem" Drohnenbau auf den Befallsgrad durch Varroa muss ich allerdings im Auge behalten.